Projektbeschrieb

Offene Türen

Nach der erfolgreichen Behandlung zweier Schweizer Patienten in Israel erklärte sich das Spital Interlaken bereit, ANR-Behandlungen unter der Leitung der Chefärztin Anästhesie und Intensivmedizin. Frau Dr. med. Patricia Manndorff, als Pilotprojekt durchzuführen.

Es ist an dieser Stelle erwähnenswert, dass die Kooperation mit dem Spital Interlaken als öffentliche Einrichtung des kantonalen Gesundheitswesens ein wichtiges Qualitätskriterium für das gesamte ANR-Projekt darstellt. Sie ist ein Garant für die Patientensicherheit, basierend auf einem seriösen medizinischen Hintergrund mit einer hervorragenden Infrastruktur.

 

Das Projekt im Detail

Im November 2012 wurden die ersten Patienten behandelt. 16 weitere Behandlungszyklen folgten, so dass bis im Februar 2017 insgesamt über 100 Patienten behandelt werden konnten. Nennenswerte Komplikationen sind nicht aufgetreten oder konnten im Rahmen des intensivmedizinischen Settings ohne weitere Folgen behandelt werden.

Formell (juristisch und wissenschaftlich) handelt es sich beim Pilotprojekt um eine Auswertung sogenannter «individueller Heilversuche», also nicht um eine wissenschaftliche Studie per se. Auf das ANR-Verfahren aufmerksam wurden die Patienten durch verschiedene Artikel in den Medien und durch Mund-zu-Mund-Propaganda bereits behandelter Patienten und deren Umfeld. Es wurden weder Patienten direkt angeworben, noch wurde durch Werbung auf ANR aufmerksam gemacht.

Die Behandlungskosten wurden durch die Patienten selber respektive durch deren Familien aufgebracht. Vor allem zu Beginn des Projekts wurden sie dabei durch abstinenzorientierte Stiftungen oder anderweitige Organisationen unterstützt. Im weiteren Verlauf des Projekts konnte in ausgewählten Fällen ein kleiner Teil der Behandlungskosten als zinsloses Darlehen durch den gemeinnützigen Verein ANR Schweiz gewährt werden.

Alle behandelten Patienten unterzeichneten eine Einwilligungserklärung und nahmen dabei Kenntnis von der fehlenden Zulassung (sog. Off label use) des Wirkstoffs Naltrexon für dessen Anwendung unter Narkose. Ausserdem willigten sie ein, dass ihre Daten in anonymisierter Form für die wissenschaftliche Auswertung verwendet werden dürfen.

Bis im August 2016 wurden insgesamt 90 Patienten behandelt und ausgewertet, davon 18 Frauen und 72 Männer.

Folgende Patientengruppen wurden behandelt:

  • 22 –  illegaler Opoidkonsum (mehrheitlich Heroin)
  • 32 –  Substitution ohne Beikonsum (davon 10 unter Diaphin)
  • 24 –  Substitution mit Beikonsum (Methadon, Buprenorphin, Morphin)
  • 8  –  opioidabhängige Schmerzpatienten (Morphin, Fentanyl, weitere)
  • 4  –  andere (weder Schmerz- noch primäre Suchtproblematik)

Aktuell

Im Rahmen des Pilotprojekts ANR Schweiz wurden bisher über 100 Patienten behandelt.

Die nächsten Behandlungen finden in der Woche vom 3. April 2017 statt. Es hat noch freie Plätze.

Falls Sie an einer Behandlung interessiert sind, erhalten Sie hier weitere Informationen:

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Dokumentation

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