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Was Patienten über die ANR Behandlung berichten.

Rückmeldungen von Patienten

R.S.; 1965 – Ocycontin hochdosiert

Nach einer Gürtelrose (Herpes zoster) erkrankte ich an einer sogenannten postherpetischen Neuralgie. Aufgrund dieser Krankheit leide ich an chronischen Schmerzen im Schulter- und Brustbereich. Nachdem verschiedene Methoden der Schmerzbekämpfung nicht erfolgreich waren, entschied man, mich mit opioidbasierten Schmerzmitteln zu behandeln. Aufgrund einer stetigen Dosissteigerung kam es zu einer Abhängigkeit von diesen Medikamenten, sowie zu Persönlichkeitsveränderung.

Letztlich musste ich täglich sehr hohe Dosen einnehmen, damit ich meine Arbeit noch bewältigen konnte. Als trotz steter Dosiserhöhung die Schmerzen immer weiter zunahmen, wurde mir von ärztlicher Seite zu einer Entzugsbehandlung geraten. Zur selben Zeit vernahm ich über die in der Schweiz nicht verfügbare ANR Entzugsmethode. Also reisten wir nach Israel. Nach der Behandlung wurde mir erst nach und nach bewusst, dass mir ein völlig neues Leben geschenkt worden war. Ich kann wieder klar denken und mich aktiv auch an längeren Gesprächen beteiligen.

Solches war mir vorher nur noch mit Aufbieten meiner letzten Kräfte möglich. Als meine Familie mich am Flughafen empfing, waren sie überrascht, welch sichtbare Veränderung bei mir erfolgt war. Die Schmerzen der postherpetischen Neuropathie sind zwar noch nicht vollständig überwunden aber ich habe wertvolle Hinweise erhalten, wie ich damit umgehen kann. Erfolgreich angewendet erlebte ich, dass die Schmerzen innert kurzer Zeit wieder verschwanden, ohne dass ich ein Schmerzmedikament eingenommen hatte. Als konsolidierende Behandlung muss ich bis auf weiteres ein Medikament einnehmen, welches das Verlangen nach den Opiaten unterbindet.

Zusammenfassend darf ich festhalten, dass die Behandlung ein voller Erfolg war. Ich bin restlos überzeugt von dieser Methode und hoffe sehr, dass es in naher Zukunft auch in der medizinisch so weit entwickelten Schweiz möglich sein wird, Menschen auf diese Weise nachhaltig von ihren Suchtmittel-Abhängigkeiten zu befreien.

Kommentar:
Hier handelt es sich um den ersten im Rahmen des Pilotprojekts ANR Schweiz behandelten Patienten. An seiner Einschätzung hat sich nichts geändert.

Herr B.B.; 1952 - Morphiumtabletten

Ich habe aus Schmerzgründen während Jahren Morphin verschrieben bekommen und entschied mich für den ANR Entzug, da ich mit der Zeit merkte, dass Morphin mich sehr verändert hat und ich auch abhängig davon geworden war. Ich bin seither vollkommen frei von Morphin und bin sehr glücklich darüber. Ich kann eigentlich nur Gutes über diese Behandlung schreiben und würde sie jederzeit weiterempfehlen. Ich wurde vom Team sehr professionell und gut beraten bevor ich die Entscheidung getroffen habe.

Ich habe seit der Behandlung absolut kein Verlangen mehr nach Morphin gehabt, und habe seither einen anderen Weg gefunden mit Schmerzen umzugehen und helfe mir bei Bedarf mit leichten Schmerzmitteln und Physiotherapie und Sport (soweit das für mich möglich ist). Für die Dauer der Behandlung wurde ich sehr gut umsorgt, auch in den Tagen, Wochen und Monaten danach und konnte mich jederzeit an das Team wenden.

Der einzige negative Punkt ist, dass die Kosten von den Krankenkassen nicht übernommen werden. Meiner Meinung nach ist die Methode sehr viel kostengünstiger als andere angebotene Therapien, die mit wochenlangen Krankenhausaufenthalten verbunden sind und auch langer psychologischer Behandlungen bedürfen. Die Methode ist meiner Meinung nach sehr effizient und wirksam.

Kommentar:
Die Ausgangslage war nicht ganz klar, zumal dieser Patient neben der Schmerzkrankheit in der Vergangenheit eine Phase mit illegalem Heroinkonsum aufwies. Resultat war – wie bei allen behandelten Patienten – ein komplettes Verschwinden des (körperlichen) Verlangens nach Opioiden.

A.R., 1977 - Methadon hochdosiert

Ich bin die Schwester von A.R., welcher bei Ihnen behandelt wurde. Dafür danke ich Ihnen, wie auch allen Beteiligten, ganz, ganz herzlich! Das Geschehene ist für mich kaum fassbar… nach zwanzig Jahren, geprägt von Hoffnung, Verzweiflung und Angst! Voller Freude wünsche ich A.R. nun ein fröhliches, sinnvolles Leben. Er wird viel aufzuholen haben! Vielen, vielen Dank nochmals!

Kommentar:
Dieser Patient hat u.a. aufgrund fehlender Tagesstruktur und fehlendem Milieuwechsel die Behandlung nach rund 4 Mt. abgebrochen.

E.S.; 1976 - Heroin

Ich befinde mich immer noch im Prozess. Kurz nach Spital war eine sehr harte Zeit. Eine Reise nach Hawaii hat einen Schnitt ermöglicht. Momentan befinde ich mich im Eingliederungsprozess in den ersten Arbeitsmarkt. Wegen Cannabiskonsum musste ich das elterliche Heim verlassen. Kein Heroinkonsum mehr, das Naltrexin nehme ich regulär ein.

Kommentar:
Dieser Patient zeigte eindrücklich auf, dass die psychosozialen Defizite sehr oft erst nach der ANR Behandlung zutage treten. Das bedarf einer vermehrten Aufmerksamkeit und Sensibilisierung in der Nachbetreuungsphase.

E.C.; 1976 – Diaphin (Heroinprogramm)

ANR war das Beste, was mir passieren konnte. Wenn man den Willen hat und die nötige Motivation, schafft man den Ausstieg aus der Drogenwelt mit ANR erfolgreich. Meine Motivation waren meine Sohn, meine Mutter und der Wunsch auf ein weiteres Kind.

Mein Problem war die Angst vor dem Entzug, da ich bei vorherigen Entzügen immer massiv erbrechen musste. Nach der ANR-Behandlung ging es mir zwar nicht sonderlich gut, doch hatte ich keinen «Entzug» und vor allem kein Erbrechen, was bei mir schon die halbe Miete war.

Hingegen konnte ich kaum schlafen und hatte Heiss- und Kaltgefühle. Beides verschwand aber mit der Zeit und zwar ohne neue Medikamente. Ausser natürlich dem Naltrexin, welches ich noch einige Monate einnehmen musste.

Ich danke Herrn Dr. Waismann nochmals sehr für sein Verfahren, dass mir ein neues Leben ermöglicht hat und wünsche ihm nur das Beste.

Kommentar:
Diese Patientin war mehrere Jahre im Heroinprogramm, war Mutter und hatte einen festen Arbeitsplatz, sowie keinerlei Bezug zur Drogenszene. Aufgrund früherer Erfahrungen hätte sie sich nie mehr einer herkömmlichen Entzugsbehandlung unterzogen. In diesem Sinne war ANR für sie die die einzige Chance für ein drogenfreies Leben.

N.M.; 1977 - Methadon

Dem Patienten geht es nach einer sehr schwierigen Anfangsphase wirklich gut. Er ist vor ein paar Wochen Vater geworden.

Kommentar:
Mit «schwierigen Anfangsphasen» sind wir immer wieder konfrontiert. Sie spielt eine zentrale Rolle in der frühen Nachbetreuungsphase.

F.M.; 1972 - Heroin

Ich wünsche Dir und der ganzen Familie ein schönes Weihnachtsfest. Danke dir noch einmal für mein neu geschenktes Leben. Denke fest an euch.

Danke für Deinen Einsatz. Ich habe zurzeit sehr engen und guten Kontakt mit meinem Bruder M. Schade, dass unsere Mutter dies nicht mehr miterleben darf… Ich finde die Leistung des ANR einen vollen Erfolg. Auf jeden Fall auch von meiner Seite nochmals herzlichen Dank und weiterhin viel Erfolg. (Aussage des Bruders).

Kommentar:
Dieser Patient wog vor der Behandlung noch 47 kg. Nach Austritt gestand er mir, dass er Suizid begangen hätte, wenn es nicht geklappt hätte. Er arbeitet wieder 100%.

S.P.; 1979 - Methadon

Es geht Schritt für Schritt vorwärts. Ich habe angefangen 3-4 mal in der Woche im Fitnesscenter zu trainieren. Mein Körper reagiert schon jetzt positiv darauf. Stoffwechsel usw. stellen sich um und ich merke es schon wenn ich nur mal 1Bier trinke, ich fühle mich schlapp, einfach nicht wohl.

Ich zwinge mich, sehr viel Wasser zu mir zu nehmen. Demnächst reise ich nach Frankreich und werde dort versuchen, auch den Rauchstopp in Angriff zu nehmen. Das ist eine ordentlich Hürde aber ich werde auch das noch schaffen. Wie Sie sehen, bleibe ich dran und mache weiter vorwärts. Ich möchte mich nochmals bei Ihnen bedanken für diese Riesenchance und das neue Leben, zu dem Sie und Ihr Team sehr viel beigetragen haben. Ich bin sehr, sehr glücklich.

Kommentar:
Dieser Patient des ersten Behandlungszyklus in der Schweiz hat sowohl äusserlich, wie auch in seiner persönlichen Haltung einen eindrücklichen Wandel vollzogen und seither etliche Abhängige aus seinem Bekanntenkreis zu einer Behandlung motiviert.

S.M.; 1971 – Oxycontin hochdosiert

Nach 6 Wochen mit anhaltendem Erbrechen und dementsprechend wiederholten Spitalaufenthalten begab ich mich in eine stationäre Rehabilitation. Ich hatte 10 kg an Gewicht verloren und der Morbus Bechterew schlug mit voller Wucht zu. Ich konnte nur noch im Bett liegen und heulen vor Schmerzen. Nachdem weder Kortison, noch moderne Antirheumatica halfen, verordneten die behandelnden Ärzte eine niedrig dosierte Opioidtherapie mit planmässigem Substanzen-Shift und Pausen.

Seit der ANR-Behandlung habe ich eine differenzierte Einstellung zu den Opiaten, nehme sie nur wenn die Schmerzen unaushaltbar sind – vorher waren die Opiate ein Suchtmittel. Ich bin stolz und froh, dass ich nun das Ganze auf diese Weise im Griff habe. Es ermöglicht mir wieder ein Leben mit sozialen Kontakten. Aber mit meiner Krankheit werd ich immer mal wieder Opiate nehmen müssen. Sicher gehe ich nicht mehr dorthin zurück, wo ich war.

Kommentar:
Hier stellte sich die schwierige Ausgangslage einer schweren Schmerzkrankheit, kombiniert mit einer psychiatrischen Störung und einer Suchtkrankheit. Die Patientin nahm derart hohe Dosen Opiate ein, wie wir alle im Team noch nie gesehen hatten. Rein formal handelt es sich hier um einen Behandlungsabbruch mit «Rückfall». Auf der anderen Seite hatte die ANR-Behandlung unter dem Strich positive Auswirkungen.

H.M. ; 1987 – Diaphin (Heroinprogramm)

Bonjour cher Docteur! Je vais très bien, je vous remercie. Les premiers mois après l’ANR n’étaient pas toujours faciles. Mais maintenant, j’ai retrouvé toute mon énergie et ma vie va beaucoup mieux! Je vous remercie encore sincèrement pour votre travail et celui de Dr Waismann. Cordialement.

Kommentar:
Dieser Patient befand sich vor ANR mehrere Jahre im Heroinprogramm, weil alle anderen Behandlungen scheiterten. Er studiert heute an einer Westschweizer Universität Sprachen.

I.R.; 1963 - Buprenorphin

Ende August 2013 habe ich den ANR-Entzug in Interlaken machen dürfen. Seit diesem Tage, lebe ich abstinent von allen bewusstseinsverändernden Substanzen. Ich habe mein Leben und meine sozialen Strukturen aufgebaut und bin wieder ein produktives Mitglied unserer Gesellschaft. Ich freue mich, neu als Betreuer im Behindertenbereich in einer 80 % Festanstellung zu arbeiten. Es funktioniert nicht «einfach so». Es braucht meinen Wunsch und Willen drogenfrei zu leben. Die ANR-Behandlung hat mir dabei unglaublich viel geholfen. Herzlichen Dank an alle Beteiligten!

Kommentar:
Dieser Patient befand sich zuvor unzählige Male in Entzugskliniken, meistens für mehrere Monate, weil immer wieder depressive Episoden und suizidale Krisen mitspielten.

I.M.; 1978 – Diaphin (Heroinprogramm)

Sie waren sicher einer der entscheidenden Menschen im Leben von Herrn I. Er hatte nach der ANR Behandlung Mühe mit der realen Welt, mit unserem System und mit sich selbst. Er konnte plötzlich so klar und zusammenhängend denken, ohne immer wieder in die Drogen zu flüchten. Die Erinnerung an viel Schlechtes während seiner Abhängigkeit (…). Er schämte sich total und hatte schwere Depressionen, wollte kaum noch leben.

Heute, knapp 7 Monate nach der Behandlung ist die aktuelle Entwicklung sehr erfreulich. Auch die Familie ist erfreut. Es gab noch einen Rückschlag mit Kokain. Aktuell arbeitet er jeden Tag 8 Stunden, hilft anderen Menschen und bekommt langsam wieder festeren Halt im Alltag. Wir danken Ihnen für diese Form der Behandlung. Sie würden den Unterschied bei ihm sofort erkennen. (Coach des Patienten)

Kommentar:
Nach exakt einem Jahr entschied sich der Patient wieder für ein Leben mit Drogen. Dies schien besser zu seinem revolutionären Kern zu passen…

T.St.; 1970 – Methadon tiefdosiert

Ich möchte mich bei Ihnen von ganzem Herzen danken für Ihren Einsatz. Das Wort ist schon Begrenzung, denn es ist viel mehr, was ich Ihnen rüberbringen möchte. Ich benötige keine zusätzlichen Medikamenten mehr und fühle mich derart hammermässig, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Ich fühle mich ganz einfach frei und fühle neue Energie für meine Projekte.

Kommentar:
Dieser Patient benötigte vor der ANR Behandlung nur noch geringste Mengen Methadon, scheiterte aber immer wieder an den letzten 5-10 mg.

St.P.; 1972 – Methadon hochdosiert

Mir geht es so gut, ich kann wieder leben und mich an meiner Familie erfreuen. Ich habe eine enorme Freude in meinem Herzen! Die Menschen in meinem Umfeld begreifen die Welt nicht mehr, sie sehen einen neuen Menschen. Mein Schlaf hat sich verändert, ich muss nicht mehr so viel schlafen und bin meistens schon am frühen Morgen topfit.

Kommentar:
Dieser Patient weist eine eindrückliche Geschichte auf. Die meisten Psychiater würden ihm eine schwere und v.a. chronische Suchtpersönlichkeit attestieren, zumal schwere Missbrauchserfahrungen dazu beitrugen.

St. D.; 1970 - Methadon

Langsam kommt wieder Normalität zurück. Ich fühle mich zwar immer noch sehr kraftlos, konnte aber schon wieder erste Gleitschirmflüge machen. Kopf und Körper kommen allmählich zusammen. Heute beginne ich das Training (Joggen, Kraft) ein wenig zu steigern. Schlafen geht eingermassen (bis 4 Std.). Im Moment sind nur die abendliche Kraftlosigkeit und die Kopfschmerzen noch ein Problem. Ich bin aber zuversichtlich, dass es weiter bergauf geht. Gedanken an Drogen erzeugen Null Reaktion. Ich könnte mir nie vorstellen, etwas zu konsumieren.

Kommentar:
Dieser Patient war nach ANR mehrere Monate stabil, erlitt aber einen schweren Schicksalsschlag, dem er mit erneutem Drogenkonsum begegnete. Dadurch kam es zu schweren medizinischen Komplikationen.

Z.F.; 1974 – Diaphin (Heroinprogramm)

Es geht mir sehr gut, abgesehen von einer Grippe, wobei selbst das eine stimulierende Erfahrung war. Ich bin jetzt richtig fit und seit 2 Wochen auch wieder zu 100% in den Arbeitsprozess eingebunden. All das lastet mich aber nicht voll aus, weshalb ich noch andere Dinge am aufgleisen bin – wie Sport, zusätzliche Hobbies, Erledigungen etc… Ich merke auch, dass es mich zu den Menschen zieht – früher war ich da ja ein rechter Einsiedler, nun bin ich viel wacher und sozialer.

Die einzige Sache, welche sich noch am einspielen ist, und was wohl noch etwas dauern wird, ist mein Schlaf. Ich wache doch immer in der Hälfte einmal, meist verschwitzt auf und träumen tu ich auch noch nicht richtig, zumindest kann ich mich nicht daran erinnern. Aber das ist sich nach der langen Durststrecke für meinen Körper ja alles auch noch am einspielen.

Ich bin äusserst dankbar, dass ich die Möglichkeit erhalten habe, am ANR-Verfahren teilzunehmen, welches mich ja schon von Anfang an überzeugt hatte. Ich habe mein Leben, meine Familie, meinen Körper und noch so vieles mehr zurück!

Kommentar:
Dieser Patient war mehrere Jahre im Heroinprogramm, hatte Familie und einen Arbeitsplatz und keinen Bezug mehr zur Drogenszene. Leider konsumierte er an einer Party einmalig Kokain und konnte danach mehrere Nächte nicht mehr schlafen. Als «altes» Rezept diente ihm eine kleine Dosis Heroin. Dadurch war der Rückfall aufgegleist. Er wurde danach ein zweites Mal behandelt, diesmal erfolgreich.

O.T.; 1971 - Heroin

My Santa Claus did come already a long ago. He came when I was in Interlaken. I was given a new life and I feel absolutely great. I never thought the result of mi stay in Interlaken would be so astonishing. Mi urge for dope is completely gone. Even when I was visiting my dealer and he was waving a bag of brown powder under mi nose and I could smell the taste of it – nothing happened. Before I would have got a sweaty nose and moist hands. Absolutely nothing – unbelievable…!

Before I always knew, even when I stopped taking dope, that the desire to take «H» would accompany me till death. Now for the first time in my life, I really feel, that my problem is gone forever and will never occur again. For this I thank you until the end of my life. You are great guys…

Kommentar:
Interessanter Fall, da dieser Patient trotz nur sporadischem Konsum eine schwere Abhängigkeit aufwies, welche ihm erst nach der Behandlung richtig bewusst wurde.

W.C.; 1956 - Codein

Die Behandlung selber war wegen meines sehr hohen Codeinkonsum heftiger als erwartet. Die erste Nacht hatte ich mit starken Schmerzen und Unruhe zu kämpfen. Die Schmerzen waren aber bereits am darauffolgenden Tag verschwunden, ebenso die Unruhe. Ich fühlte mich zwar sehr schwach aber sehr gut und zufrieden. Die Schwäche hielt noch einige Tage an, der Durchfall auch. Die Behandlung im Spital Interlaken empfand ich angenehm. Die Gespräche mit dem Team fand ich sehr hilfreich. Mein Mann und ich fühlten uns gut informiert und begleitet.

Ich hatte grosse Bedenken, dass die psychischen Probleme aufflammen würden, da ich unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leide oder litt. Ich fühlte mich aber rasch sehr ausgeglichen und hatte diesbezüglich keine Krise. Die Belastungsstörung ist zwar noch da aber ich konnte sehr grosse Schritte vorwärts gehen, weil ich nun auch einen klaren Kopf habe, um diese differenziert zu verarbeiten. Entzugserscheinungen oder Suchtdruck hatte ich nie mehr. Wie es sein wird ohne Naltrexin kann ich allerdings noch nicht sagen.

Zusammenfassend möchte ich festhalten, dass dies wohl meine einzige Chance war und habe sie genutzt und es hat funktioniert. Gott sei Dank.

Kommentar:
Aufgrund der PTBS war die Prognose unklar. Aber auch bei dieser Patientin manifestierte sich ein Phänomen, welches wir immer wieder beobachten dürfen – psychische Störungen erfahren nach der Behandlung eine deutliche Besserung oder verschwinden ganz.

Videos

Thomas L.,
2012 in Israel behandelt

Ursula B.,
in der DOK „Zürich Junkietown“ im SRF am 10.7.2015

Leider wird mit kaum einem Wort erwähnt, dass Ursula mittels ANR nach über 20-jähriger Abhängigkeit den Weg aus den Drogen fand.

Rene L.;
Nach 35 Jahren Heroin und Methadon durch ANR drogenfrei.

Auch hier durfte weder der Begriff ANR, noch das Spital Interlaken namentlich erwähnt werden…

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